Internationale Fachtagung „GUTE ARBEIT in Zeiten der digitalen Transformation – Anforderungen an die Arbeitsorganisation!“

Am 27. Juni 2019 trafen sich im VDTC des IFF Fraunhofer Instituts Magdeburg Interessierte zum Austausch zum Thema Arbeitsgestaltung unter den Bedingungen der digitalen Transformation. Die Projekte „GUTE ARBEIT in Sachsen-Anhalt“ und „BMii 4.0“ präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeit. Veränderungsprozesse die ihre Ursache in der Digitalisierung von Arbeitsprozessen haben, standen im Fokus der Diskussion.

Zunächst begrüßte Andreas Höpfner im Namen der Leitung des Hauses die Gäste.

Anja Walter, Projektmanagerin bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg, stellte die Ergebnisse einer Studie zur Digitalisierung im Flächenland Brandenburg vor. Insbesondere die Auswirkungen auf die Beschäftigung im makroökonomischen Sinn waren Gegenstand der Studie. Beschäftigungseffekte sind zu beobachten, sowohl im Negativen als auch im Positiven. Insgesamt ist ein positiver Trend der Beschäftigung durch den Einfluss von Digitalisierung zu erwarten. Die Ergebnisse des Projekts „BMii 4.0“ stellte im Anschluss Peter Eitner vor. Die Sammlung von Praxisbeispielen zu den Auswirkungen der Digitalisierung in den Betrieben zeigt, dass die Herangehensweise der betrieblichen Akteure recht unterschiedlich war und ist. Tim Buyse vom SERV-Netzwerk aus Belgien brachte mit seinem Beitrag internationale Aspekte in die Tagung. Sein Vortrag zeigte den Anwesenden, dass die Auswirkungen der Digitalisierung international vergleichbar sind. Interessant sind die verschiedenen Reaktionen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Da die digitale Transformation nicht am Werkstor haltmacht, wird eine breite öffentliche Debatte in Netzwerken zum Umgang mit den Auswirkungen benötigt. Im Anschluss stellte der stellvertretende Landesbezirksleiter der IG BCE Nordost, Bodo Bastian, die Standpunkte der Gewerkschaft IG BCE vor. Im Monitor Digitalisierung wurden im Frühjahr die Beschäftigten der Organisationbereiche zu den Auswirkungen auf ihr persönliches betriebliches Umfeld befragt. Im Ergebnis stehen auch hier positive und nichtpositive Aspekte im Wettstreit. Gerade die negativen Aspekte rufen die Einmischung der IG BCE zum Schutz der Beschäftigten der Branchen auf den Plan.

Am Nachmittag zeigte das Fraunhofer Institut den Stand der Wissenschaft zu den Themenfeldern der Digitalisierung. Im Elbe-Dom präsentierte man die Möglichkeiten von Virtuell Reality im Mixed-Reality-Labor für großflächige interaktive Visualisierung. Mit Hilfe einer 3D Brille konnten die Teilnehmenden in virtuelle Modelle eintauchen und interagieren. Der Strommarkt der Zukunft ist Gegenstand der Forschung am VDTC. Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage am deutschen Strommarkt wurde veranschaulicht und eindrücklich geschildert. Dabei wird in Zukunft die Verbindung der Sektoren Strom, Wasser, Gas als Herausforderung für einen CO2 freien Strommarkt definiert. Digitale Geschäftsmodelle mit einer direkten Kundenbeziehung im Gegensatz zu konventionellen Geschäftsmodellen sind Forschungsgegenstand im Digitalisierungslabor des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Magdeburg. Die Simulation macht die Geschäftsmodelle fassbar und erlebbar. Insgesamt gab es bei der Veranstaltung einen sehr bemerkenswerten Einblick in die Forschung und kommende Entwicklungen, als auch Informationen zu den Auswirkungen auf der betrieblichen Ebene und die Beschäftigung bezüglich der Anforderungen an die betrieblichen Akteure auf Arbeitgeber- und Arbeitsnehmerseite.

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