CSR Info 44-2015. Klimawandel: Rekordjahr 2014

CO2-Anteil in der Erdatmosphäre erstmals über 400 ppm

von Helmut Krodel und Peter Schmitt

Grafik 12014 wurde erstmals der 400 ppm (part per million) – CO2-Level in der Erdatmosphäre und damit ein historisch einmaliger Rekordwert erreicht.

Nachfolgendes Schaubild von Februar 2015 des Mauna Loa Observatoriums, das den internationalen Referenzwert  für den CO2-Anteil in der Erdatmosphäre ermittelt, zeigt für die vergangenen 50 Jahre einen kontinuierlichen Anstieg des CO2-Anteils.

Selbst in den vergangenen 800 000 Jahren lag der CO2-Level zwischen 180 ppm in den kältesten und 280 ppm in den wärmsten Jahren(vgl. hierzu: Fünfter Sachstandbericht des Internationalen Klimarates IPCC-AR5-Teilbericht 1 im QFC-CSR-Info 35-2014).

Höchster gemessener CO2-Wert seit 800 000 Jahren

CO2- Konzentration in der Erdatmosphäre in den vergangenen 800 000 Jahren.

Grafik 2

NOAA, (National Oceanic and Atmospheric Administration der USA) Global Climate Change Indicators

Die CO2 ppm- Konzentration für die vergangenen Jahre wurde aus den Luftblasen in Eiskernen aus der Antarktis bestimmt.

Der CO2-Wert aus dem Jahr 2008, der von dem Mauna Loa Observatorium in Hawaii gemessen wurde, war der Ausgangswert für zukünftige Emissionsszenarien für das Jahr 2100,  die in dem „ Climate Change Impacts on the U.S. report“ veröffentlicht wurden und die in dem oben aufgezeigten Schaubild abgebildet sind.

Die NASA hat eine Simulation über den weltweiten CO2-Ausstoß eines Jahres von Januar bis Dezember 2006 veröffentlicht. Darin werden auch die quantitativen Unterschiede bei den CO2-Emissionen zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre deutlich gemacht.

Rekordausstoß bei CO2
2013 wurden 35.3 Milliarden Tonnen (Gigatonnen-GT) CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und aus der Zementproduktion in die Erdatmosphäre emittiert. Gegenüber 2012 war dies eine Steigerung um 0.7 GT CO2 bzw. 2 %, so die Netherlands Environmental Assessment Agency PBL in ihrem „Trends in Global CO2 Emission 2014 report – background studies“, S.10.

[toggle title=“2014: wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“]

Grafik 3Das Jahr 2014 war ein Rekordjahr: es war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dies geht aus den jüngsten Veröffentlichungen der NASA, der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) der USA und dessen National Climatic Data Center (NCDC) der Japanese Meteorological Agency (JMA) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor, aus denen wir verschiedene Schaubilder dokumentieren.

Nachfolgendes Schaubild zeigt die Abweichungen der globalen Land- und Meer- Jahrestemperaturen vom Mittelwert des 20. Jahrhunderts in Grad Celsius und Grad Fahrenheit.

Für das Jahr 2014 wurde eine Abweichung von 0.69 Grad Celsius aufgezeichnet.

Die Japanische Meteorologische Agentur (Japanese Meteorological Agency, JMO) veröffentlichte im Januar 2015 nachfolgendes Schaubild über die Entwicklung der jährlichen Globalen Durchschnittstemperaturen.

Grafik 4

(Quelle: JMO, 2015)

9 der 10 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren im 21. Jahrhundert

Das Jahr 2014 war zwar das wärmste seit 1880 mit einer Abweichung von der Durchschnittstemperatur in Höhe von 0.69 Grad Celsius. Nachfolgende Tabelle zeigt aber, dass 9 der 10 wärmsten Jahre allein im 21. Jahrhundert lagen.

Rank 1 = Warmest
Period of Record: 1880–2014
Year

Anomaly °C

Anomaly °F

1 2014

0.69

1.24

2 (tie) 2010

0.65

1.17

2 (tie) 2005

0.65

1.17

4 1998

0.63

1.13

5 (tie) 2013

0.62

1.12

5 (tie) 2003

0.62

1.12

7 2002

0.61

1.10

8 2006

0.60

1.08

9 (tie) 2009

0.59

1.06

9 (tie) 2007

0.59

1.06

(NOAA – Global Analysis – Annual 2014)

Nachfolgendes Schaubild zeigt für die Jahre 1880 – 2014 die Abweichungen der Globaltemperatur vom Mittelwert des 20. Jahrhunderts (in Grad Celsius). Die Temperaturen für Landflächen in braun, für Ozeanflächen in blau und für Land- und Ozeanflächen in schwarz.

Grafik 5

(Quelle NOAA, NCDC)

Nachfolgendes Schaubild zeigt die Erdoberflächentemperatur 2014 im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1981-2010, sowie Temperaturabweichungen der Monatswerte von Januar-Dezember 2014.

Grafik 6

(Quelle: NOAA, NCDC)

2014 auch in Deutschland ein Temperatur-Rekordjahr

Durchschnittstemperatur um 2.1 Grad Celsius höher

Nach dem Deutschen Wetterbericht verlief das Jahr 2014 in Deutschland „erheblich zu warm“.

2014 war auch in Deutschland das wärmste Jahr seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungen in 1881.

Die durchschnittliche Temperatur in Deutschland lag mit 10.3  Grad Celsius deutlich über den Temperaturen der bisherigen Rekordjahre 2000 und 2007.

„Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag die Durchschnittstemperatur in diesem Jahr mit 10,3°C um 2,1 Grad höher. (…)

Auch gegenüber der Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung noch +1,4 Grad. Damit erreichte das Jahr 2014 einen neuen Wärmerekord – der alte Spitzenwert aus dem Jahr 2000 hatte bei 9,9°C gelegen,“ so der Deutsche Wetterdienst in seiner Pressemitteilung vom 30.12.2014.

Für Deutschland hat der Deutsche Wetterbericht nachfolgendes Schaubild mit den Jahresmitteltemperaturen in Deutschland (in Grad Celsius) von 1901 bis 2014 veröffentlicht (schwarze Linie). Der Mittelwert des Referenzzeitraums 1981-2010 wird in der roten Linie dargestellt, der lineare Trend in der grünen Linie und das „30-jährige gleitende Mittel“ in der blauen Kurve.

Mitteltemperaturen Deutschland (1901-2014)

Grafik 7

(Quelle: Deutscher Wetterdienst)

„2-Grad-Ziel“: Anforderungen an die Internationale Staatengemeinschaft

Die Internationale Staatengemeinschaft hat sich darauf verständigt, dass zukünftig die Temperatur gegenüber der vorindustriellen Durchschnittstemperatur nicht über 2 Grad ansteigen darf, um die Auswirkungen des Klimawandels noch in einem „beherrschbaren“ Rahmen zu halten.

Dazu soll in diesem Jahr ein internationaler Klimavertrag unterzeichnet werden in dem die zukünftigen CO2-Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger vertraglich begrenzt werden.

Besonders gefordert seien in diesem Zusammenhang die Industrieländer, die seit der Industrialisierung den Großteil von CO2 emittiert haben, und die auch, im Vergleich zu Entwicklungs- und Schwellenländern über mehr finanzielle Mittel, wie auch das notwendige technische Know-how hin zu einer kohlenstofffreien Energieerzeugung haben, so die Position zahlreicher Entwicklungs- und Schwellenländer bei den internationalen Klimaverhandlungen.

2012 wurden ca. 31.8 Gigatonnen CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe (ohne Zementproduktion) emittiert und zwischen 1990 und 2012 lag die Steigerungsrate der CO2-Emissionen insgesamt bei 51.3 %, so die Internationale Energieagentur  Ende 2014 (CO2-Emissions from fuel combusting – highlights 2014 Edition, S. 36).

Allerdings haben die OECD-Länder für diesen Zeitraum nur einen Zuwachs von 9.0 % zu verzeichnen, während die Nicht-OECD-Länder für einen Zuwachs von 100,9 % im Zeitraum 1990 – 2012 standen. (s. o. IEA 2014, S.36).

Redaktion
verantwortl.: Helmut Krodel, Peter Schmitt
Onlineredaktion: Reiner Eckel

Herausgeber
Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH
Stiftung Arbeit und Umwelt

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