Studientreffen und Austausch zu digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen in Mitteldeutschland

Am 4. und 5. Juni 2018 waren die Projektpartner des transnationalen Netzwerkes des Sozio-ökonomischen Rates der Regierung von Flandern zu Besuch bei uns in Mitteldeutschland.

Mit den Sozialpartnern und Bildungsberatungsunternehmen aus Belgien, Spanien, Frankreich und der Tschechischen Republik haben wir zwei sehr informative und aufschlussreiche Tage verbracht. Auftakt des ersten Tages bildete der Runde Tisch bei der Sächsischen Bildungsgesellschaft (SBG) in Dresden. Insbesondere die Vorstellung von zwei Dresdner Unternehmen, wie Digitalisierung tatsächlich im Mittelstand eingeführt wird, war sehr interessant.

Am zweiten Tag hat das Projektteam BMII 4.0 zusammen mit dem Projektpartner und Mitglied unseres Expertennetzwerkes Merseburger Innovations- und Technologie Zentrum (MITZ) das Studientreffen organisiert. In einem straffen Programm waren wir mit der internationalen Delegation zuerst bei der InfraLeuna GmbH. Die Infrastrukturgesellschaft zeichnet sich insbesondere für ihren herausragenden sozialen Dialog aus, was für die internationalen Teilnehmenden äußerst spannend ist. Da Deutschland mit dem Betriebsverfassungsgesetz eine fest verankerte Möglichkeit der Mitbestimmung geschaffen hat, um die uns die Arbeitnehmervertretungen aus anderen Ländern unvorstellbar ist.

Im Anschluss haben wir das MITZ besucht, wo die Geschäftsführerin Frau Schaper-Thoma ihre Arbeit des Digitalisierungszentrums Sachsen-Anhalt Süd vorgestellt hat. Da das MITZ als Gründerzentrum Räumlichkeiten für Start Up Unternehmen vermietet, konnten wir auch das Unternehmen kennenlernen, das in Deutschland Marktführer für Smart Metering Systeme ist. Für großes Staunen sorgte der Fakt, dass der Geschäftsführer von Exceeding Solutions  zeitgleich auch IT Professor an der hiesigen Hochschule in Merseburg ist. Überhaupt Hochschullehrpersonal die Freiheit zu lassen, ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu führen, haben die internationalen Gäste als richtigen Weg für die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft eingeschätzt und sehr gelobt.

Abschluss des Studientreffens war der Besuch der Hochschule Merseburg, sozusagen die Kaderschmiede für die chemische Industrie in unserer Region. Auch wenn die Lehrmethoden und Werkzeuge erst allmählich in Richtung Digitalisierung entwickelt werden, war es für die internationalen Gäste eine komplett neue Erkenntnis, was das Format Hochschule der angewandten Wissenschaften bedeutet. Die starke Verbindung mit der regionalen Wirtschaft haben die Delegierten als wichtiges Alleinstellungsmerkmal identifiziert, das wieder einmal für die Innovationsfähigkeit in Deutschland steht.