Strategien für die Zukunft.

 

„Der demografische Wandel ist im Alltag angekommen.“ Herausforderungen aus unserer zunehmend älter werdenden Gesellschaft diskutierten am Mittwoch (7.9.) 80 Teilnehmer der „Netzwerkkonferenz Demografie“ in Frankfurt a. Main.

von Heinrich Kronlage / aus igbce.de

„Der demografische Wandel ist im Alltag angekommen“, diese knappe Bilanz stellte Helmut Krodel, Geschäftsführer des Qualifizierungsföderwerk Chemie der IG BCE (QFC), der „Netzwerkkonferenz Demografie“ am 7. September in Frankfurt am Main als Motto voran. Rund 80 Teilnehmer, überwiegend Betriebsräte aus Unternehmen der Chemie-, Kunststoff- und Kautschukindustrie, diskutierten die Herausforderungen einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft. Organisiert wurde das Treffen von der IG-BCE-Bildungstochter BWS in Kooperation mit dem QFC. Das Fazit des Konferenztages: Dem demografischen Wandel muss man mit flexiblen Lösungen begegnen. Dabei sind Politik, Sozialpartner, Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen gefordert.

Dirk Meyer vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) unterstrich den Willen der Arbeitgeber, „das Thema Demografie anzugehen“. So sei der im Demografie-Tarifvertrag der Chemischen Industrie festgelegte erste Schritt der „Beschäftigten- und Qualifikationsanalyse“ in den Unternehmen abgeschlossen. Notwendig sei allerdings auch, dass die Politik Möglichkeiten schaffe, dem demografischen Wandel zu begegnen. Dies sei nicht allein Sache der Sozialpartner.Die demografische Entwicklung gehört für Prof. Dr. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability der FH Ludwigshafen zu den Megatrends der Arbeitswelt. Sie müsse, so die Wissenschaftlerin, im Zusammenhang mit der Globalisierung, den technologischen Entwicklungen und einem gesellschaftlichen Wertewandel betrachtet werden: „Deutschland ist auf dem Weg in eine Innovationsgesellschaft.“ Eine wichtige Strategie für die Zukunft der Unternehmen sei eine lebensphasenorientierte Personalpolitik. Dies schaffe die notwendige Nachhaltigkeit. „Eine solche Ausrichtung muss von den Betrieben als Investitionspolitik begriffen werden!“, so Rump.

„Moderne Arbeit stellt immer geringere Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit, hingegen werden die sensorischen und mentalen Fähigkeiten immer stärker gefordert.“, diese These ist für Prof. Dr. Michael Falkenstein, Leiter der Altersforschung am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der TU Dortmund, Ausgangspunkt für Maßnahmen zur Förderung der geistigen Fitness im Beruf. Nötig, so Falkenstein, seien dabei betriebliche (Verhältnisprävention) und personenbezogene Maßnahmen (Verhaltensprävention): „Ein Mix aus individueller Gesundheitsförderung, ergonomischen Maßnahmen und verbessertem Führungsverhalten fördert, wie unsere Untersuchungen belegen, die Arbeitsfähigkeit.“ Gleichwohl sei die Politik gefordert, flexible und individuelle Renteneintrittsregeln zu schaffen.

Über die Praxis und Projektarbeit vor Ort berichteten Teilnehmer in vier Diskussionsforen.
Seit Mitte Februar läuft das Projekt „DemTV – Umsetzung von Demografie-Tarifverträgen“ der Kooperationspartner IG BCE, QFC und BWS. Das vom  Bundesarbeitsministerium bis Mitte Februar 2013 geförderte Projekt „möchte Unternehmen branchenübergreifend bei der Verwirklichung einer demografiefesten Unternehmenspolitik begleiten, um einen nachhaltigen kulturellen Wandel in den Betrieben zu initiieren und so die Umsetzung der bestehenden Tarifverträge und Vereinbarungen zu fördern“.

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