Nachhaltigkeitsverständnis der deutschen Chemiebranche.

Gemeinsame Erklärung von BAVC, IGBCE und VCI.

von Helmut Krodel und Peter Schmitt

Als gemeinsame Initiative der Chemie-Industrie haben Vertreter von Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) das gemeinsame Nachhaltigkeitsverständnis der Branche formuliert (Downloads am Blogende).

Die globalen Trends werden in dem gemeinsamen Nachhaltigkeitsverständnis wie folgt beschrieben:

[one_half last=“no“]„Im Jahr 2050 werden neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie alle streben nach Entwicklungsperspektiven und Lebensqualität in einer intakten Umwelt. Mit steigender Weltbevölkerung wächst der Bedarf an Energie, Rohstoffen, Nahrung, medizinischer Versorgung und Mobilität. Gleichzeitig erfordern Klimawandel, die Regenerationsgrenzen der Ökosysteme und die Verknappung der Rohstoffe einen klugen und langfristig tragfähigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

[/one_half]Während die Bevölkerungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern rasant wachsen, verläuft die demographische Entwicklung in Deutschland fundamental anders: Wir werden älter und wir werden weniger; das Arbeitskräftepotenzial schrumpft. Die fortschreitende Globalisierung eröffnet neue Märkte, verschärft jedoch auch den Wettbewerb für den Wirtschaftsstandort Deutschland und verringert nationalstaatliche Steuerungsmöglichkeiten.“

 

Die Chemische Industrie versteht sich vor diesem Hintergrund als  Treiber für nachhaltige Entwicklung:

„Die chemische Industrie hat diese Herausforderungen erkannt und sieht zugleich damit verbundene Chancen: Eine nachhaltige Entwicklung ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den künftigen Generationen, sondern auch eine Chance für eine langfristig erfolgreiche Zukunftsstrategie, die wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung und dem Schutz der Umwelt verbindet. Die chemische Industrie ist bereits heute Innovationstreiber für nachhaltige Entwicklung. Zur Versorgung mit Nahrung, sauberem Wasser und Medikamenten, zur Ressourceneffizienz und der rasanten Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien leistet sie ebenso einen wesentlichen Beitrag wie zu umweltfreundlichen Wohnkonzepten oder zur Mobilität von morgen. Mit der starken und zukunftsorientierten Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist die chemische Industrie beispielsweise mit dem Tarifvertrag „Lebensarbeit und Demografie“ Vorreiter in der gesellschaftlichen und sozialen Dimension der Nachhaltigkeit.“

Die Unternehmen engagieren sich für ihre gesellschaftliche Verantwortung auf verschiedenen Ebenen:

„Die Unternehmen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr – lokal, national und auch global. Sie engagieren sich lokal im Umfeld ihrer Standorte und Niederlassungen und unterstützen auf nationaler Ebene den Witterberg-Prozess, einen breit angelegten Dialog der Chemie-Sozialpartner. Global tragen sie beispielweise durch ihr Engagement in Netzwerken wie dem UN Global Compact und/oder auch durch eigene CSR-Projekte zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bei. Für ihre Produktion und Produkte ist das Responsible Care Programm Maßstab.“

Für eine Zukunftsstrategie 2050 ergibt sich daraus Folgendes:

„Diesen Weg wollen wir fortsetzen: Im Jahr 2050 wird die chemische Industrie ihre Position als Schlüsseltechnologie für nachhaltige Entwicklung weiter aufgebaut haben. Hierzu setzen wir auf eine Zukunftsstrategie, die bewusst alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit einbezieht: Den wirtschaftlichen Erfolg, der Basis für die Entwicklung der Branche und unseren Wohlstand ist. Die gesellschaftliche und soziale Verantwortung, die auf der Grundlage der sozialen Marktwirtschaft und der starken Chemie-Sozialpartnerschaft steht. Und den Schutz von Mensch und Umwelt durch umweltfreundliche Produkt- und Verfahrenslösungen, aber auch durch hohe Sicherheitsstandards, Produktverantwortung und intelligente Effizienz- und Rohstoffstrategien.“

Nachhaltige Entwicklung soll aktiv gestaltet werden:

„ Innovationen sind der Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. Wir verstehen uns auch in Zukunft als Innovationstreiber der deutschen Wirtschaft und als Vorreiter, der Impulse setzt und neue Märkte erschließt. Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen in der chemischen Industrie zählen im Jahr 2050 weiterhin zu den attraktivsten in Deutschland. Durch einen aktiven und offenen Dialog mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft schaffen wir ein Klima der Transparenz und des Vertrauens. So stärken wir das Bewusstsein für unseren Beitrag als Problemlöser und aktiver Gestalter einer nachhaltigen Entwicklung.“

Dies erfordert ein gemeinsames Vorgehen von BAVC, IGBCE und VCI:

„Eine erfolgreiche Zukunftsstrategie der chemischen Industrie braucht im Sinne der Nachhaltigkeit ein gemeinsames Branchenengagement von Unternehmen, Beschäftigten, Sozialpartnern und Verbänden: In der Allianz von VCI, IGBCE und BAVC werden nicht nur Erfahrungen und Kräfte gebündelt, erst in der gemeinsamen Perspektive entsteht der notwendige umfassende Blick auf die Herausforderungen und Chancen der Zukunft.“

Für die Unterzeichner des Nachhaltigkeitsverständnisses gilt es deshalb  gemeinsam zu handeln:

„Wir treiben eine Nachhaltigkeitsstrategie der chemischen Industrie voran – vom kleinen Betrieb bis zum großen Konzern. Sie umfasst alle Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie, Soziales und Gesellschaft.

Produkte, Prozesse und Dienstleistungen unserer Branche sollen beispielhafte Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung sein. Nicht zuletzt die Verwirklichung guter Arbeit als Ergebnis tariflicher Vereinbarungen und betrieblicher Gestaltung prägt das Bild einer modernen und sozial innovativen Branche. Wir machen Nachhaltigkeit zu einem Wettbewerbsvorteil für die deutsche chemische Industrie und liefern zugleich einen entscheidenden Beitrag für eine lebenswerte Zukunft.“

Dies erfordert auch Offenheit in einem politischen und gesellschaftlichen Dialog:

„Wir bringen uns mit eigenen Beiträgen und mit großer Offenheit in den politischen und gesellschaftlichen Dialog ein. Wir wollen die konkreten Erwartungen der Stakeholder an die chemische Industrie noch besser verstehen und unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung damit abgleichen. Wir streben ein gemeinsames Verständnis mit der Politik an, wie unsere Zukunft lebenswert und nachhaltig gestaltet und die chemische Industrie in Deutschland zugleich zukunftsfest gemacht werden kann.“

Die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit der Chemischen Industrie sollen gestärkt werden:

„Wir machen die Leistungen der chemischen Industrie für eine nachhaltige Entwicklung die Politik und Gesellschaft sichtbarer. Das Nachhaltigkeitsprofil der Branche wird geschärft und die chemische Industrie als Problemlöser wahrgenommen. Wir zeigen, dass wir helfen, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Damit stärken wir die Akzeptanz und die Glaubwürdigkeit unserer Branche und tragen so zu ihrer Zukunftssicherung bei.“

Das QFC unterstützt die Verbreitung und Umsetzung des „Nachhaltigkeitsverständnis  der deutschen Chemiebranche“ auch durch sein CaeSaR-Projekt (CSR-Aktivitäten für ethische und soziale Lösungen zur Schaffung eines innovativen Arbeitsumfeldes und für nachhaltigen Ressourceneinsatz) in Klein- und Mittelständischen Unternehmen.

[button color=“light“ link=“http://qfc-news.com/wp-content/uploads/2011/01/Das-Nachhaltigkeitsverständnis-der-deutschen-Chemie-Branche.pdf“ target=“blank“]Erklärung als PDF[/button][button color=“ light“ link=“http://qfc-news.com/wp-content/uploads/2011/01/QFC-CSR-Info-21-2012.pdf“ target=“blank“]diese Info als PDF[/button][button color=“red“ link=“http://qfc-news.com/category/infoblatter-corporate-social-responsibility/“ target=““]alle CSR-Infos[/button]

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