Die neue Agenda 2030

Von den Milleniumszielen zu den nachhaltigen Entwicklungszielen

von Helmut Krodel und Peter Schmitt

Rückblick auf die Umsetzung der Milleniumsziele

Im Jahr 2000 hatten die Vereinten Nationen 8 Milleniumsziele beschlossen, um die dringlichsten Probleme der Menschheit ernsthaft und global anzugehen.

Die Milleniumsziele sollten bis 2015 umgesetzt sein.

Die Bilanz im Jahr 2015 ist allerdings durchwachsen. Dies geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen „Milleniums-Entwicklungsziele Bericht 2015“ hervor, in dem die Milleniumsziele  des Jahres 2000 mit ihrer Zielerreichung abgeglichen werden.

Bilanz der Milleniumsziele durchwachsen:

Nachfolgend dokumentieren wir aus dem Bericht einige Beispiele bezüglich der Umsetzung der einzelnen Milleniumsziele (Milleniums-Entwicklungsziele Bericht 2015, S.6ff):

Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_02_Bild_0001Erfolgreich wurde die extreme Armut bekämpft.  Heute leben 1.1 Milliarden Menschen weniger in absoluter Armut als vor 25 Jahren. Das Ziel die Armut zu halbieren, wurde erreicht.

(Milleniums-Entwicklungsziele, Bericht 2015, S 6 ff.)

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Allerdings gibt es immer noch über 830 Millionen Menschen, die in extremer Armut leben, d.h. mit weniger als 1.25 US-$ pro Tag leben müssen.

Ziel 2: Verwirklichung der Allgemeinen Grundschulbildung

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_02_Bild_0003In den Entwicklungsregionen stieg die Netto-Bildungsbeteiligungsquote im Grundschulbereich zwischen 2000 und 2015 von 83 auf 91 Prozent.

Derzeit  besuchen aber immer noch 57 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule.

Ziel 3: Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_03_Bild_0001Heute besuchen viel mehr Mädchen eine Schule als vor 15 Jahren. Die Entwicklungsregionen haben die Zielvorgabe erreicht, die Geschlechterdisparitäten in der Grund- und in der Sekundarstufe und im tertiären Bildungsbereich zu beseitigen.

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_03_Bild_0002Frauen haben in den Parlamenten in beinahe 90 Prozent der 174 Länder, aus denen Daten für die letzten 20 Jahre vorliegen, an Boden gewonnen. Der durchschnittliche Frauenanteil in den Parlamenten hat sich im selben Zeitraum dazu verdoppelt. Dennoch sind nur ein Fünftel der Parlamentarier Frauen.

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_04_Bild_0001Zwischen 1990 und 2015 sank die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren um mehr als die Hälfte, von 90 auf 43 Sterbefälle je 1000 Lebendgeburten.

Täglich sterben aber immer noch 16 000 Kinder unter 5 Jahren, zumeist an vermeidbaren Ursachen, jährlich also ca. 6 Millionen Kinder (S.9)

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_04_Bild_0002Ziel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern

Die Müttersterblichkeitsrate sank seit 1990 weltweit um 45 Prozent, und der stärkste Rückgang war seit 2000 zu verzeichnen.

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_05_Bild_0001Die Zahl der HIV-Neuinfektionen fiel zwischen 2000 und 2013 um 40 Prozent, von schätzungsweise 3.5 auf 2.1 Millionen Fälle. Im Juni 2014 waren weltweit 13.6 Millionen  HIV-Infizierte in antiretroviraler Behandlung (ART) gegenüber nur 800 000 im Jahr 2003.  ART wendete zwischen1995 und 2013 7.6 Millionen Aids-Todesfälle ab.

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_05_Bild_0002Zwischen 2000 und 2015 wurden über 6.2 Millionen Malariatodesfälle abgewendet, hauptsächlich bei Kindern unter 5 Jahren. Zwischen 2000 und 2014 wurden mehr als 900 Millionen imprägnierte Moskitonetze in malariaendemische Länder in Afrika südlich der Sahara geliefert.

Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_06_Bild_00011.9 Milliarden der 2.6 Milliarden Menschen, die seit 1990 Zugang zu verbessertem Trinkwasser haben, bekamen einen eigenen Trinkwasseranschluss. Weltweit erhielten 2.1 Milliarden Menschen Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung.

2015 hat aber immer noch ein Drittel aller Menschen (2.4 Milliarden) keinen Zugang zu verbesserten Sanitäreinrichtungen und 946 Millionen Menschen verrichten weiter ihre Notdurft im Freien. (S.9)

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_06_Bild_0002Ozonabbauende Stoffe wurden seit 1990 praktisch abgeschafft und die Ozonschicht wird sich voraussichtlich bis Mitte des Jahrhunderts erholt haben.

Allerdings sind seit 1990 die CO2-Emissionen weltweit um mehr als 50% angestiegen.

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

CSR-Info51-2015-SDG-final_Seite_07_Bild_0001Die öffentliche Entwicklungshilfe wurde zwischen 2000 und 2014 um 53 Milliarden $ auf 135 Mrd. $ gesteigert. Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich lagen 2014 weiter über dem Zielwert der Vereinten Nationen für die öffentliche Entwicklungshilfe von 0.7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Deutschland erfüllt mit ca. 0.4 Prozent immer noch nicht die vereinbarte Quote.

Datenerhebung mit Ungewissheit

Bei der Datenerhebung in einzelnen Entwicklungsländern, gibt es eine Ungewissheit, da insbesondere in armen Ländern die statistischen Behörden oftmals unterfinanziert sind und deshalb möglicherweise Abweichungen zu den veröffentlichten Zahlen vorhanden sein können

Wenn es z. B. um den Abbau der Armut geht, muss man sehen, dass China, Brasilien und Indien die größten Fortschritte gemacht haben, indem sie den Lebensstandard ihrer Bevölkerung angehoben haben. Sie können die größten Errungenschaften verzeichnen.

Gemischte Bilanz

Einige der Ziele, die sich die Vereinten Nationen gesetzt haben, wurden zwar verfehlt, aber es gab auch viele Erfolge. Die Vereinten Nationen hatten sich für die Milleniumsziele extrem viel vorgenommen, aber es bleibt auch noch extrem viel zu tun. Eine Übersicht über den Umsetzungsstand der Milleniumsziele nach einzelnen Regionen findet sich hier:

So gibt es auch weiterhin millionenfach Fluchtgründe wegen Armut, Hunger und Krieg. Allein 60 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht, das ist der höchste Stand seit dem Ende des zweiten Weltkrieges.

„Wenn das Leben bedroht ist, flieht man“

„Es gab Fortschritte bei den Milleniumszielen, aber wenn das Leben bedroht ist, flieht man“, so der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, am 8. September in einem Interview des ZDF-Heute Journals).

UN-Konferenz beschließt neue Nachhaltige Entwicklungsziele

Vom 25.- 27. September haben die  Staats- und Regierungschefs, anlässlich des 70. Geburtstages der Vereinten Nationen, zu einer UN-Gipfelkonferenz zur Nachhaltigen Entwicklung in New York teilgenommen, und neue globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung beschlossen.

Das vollständige UN-Dokument in deutscher Übersetzung „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ findet sich hier:


Agenda 2030 – ein Aktionsplan für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand

Die Agenda 2030 versteht sich, wie in ihrer Präambel formuliert, als ein „Aktionsplan für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand. Sie will außerdem den universellen Frieden in größerer Freiheit festigen. Wir sind uns bewusst, dass die Beseitigung der Armut in allen ihren Formen und Dimensionen, einschließlich der extremen Armut, die größte, globale Herausforderung und eine unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung ist.

Alle Länder und alle Interessenträger werden diesen Plan in kooperativer Partnerschaft umsetzen. Wir sind entschlossen, die Menschheit von der Tyrannei der Armut und Not zu befreien und unseren Planeten zu heilen und zu schützen. Wir sind entschlossen, die kühnen und transformativen Schritte zu unternehmen, die dringend notwendig sind, um die Welt auf den Pfad der Nachhaltigkeit und der Widerstandsfähigkeit zu bringen. Wir versprechen, auf dieser gemeinsamen Reise, die wir heute antreten, niemanden, zurückzulassen.“ (Präambel, Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, S. 1)

Unsere Welt heute – weiterhin enormer Handlungsbedarf

Bei der UN-Konferenz wurden die Fortschritte bei den Milleniumsentwicklungszielen bewertet, allerdings zeichnet die neue Agenda 2030 auch weiterhin einen enormen Handlungsbedarf.

Dies geht aus der aktuellen Zustandsbeschreibung der Agenda 2030 hervor:

„Unsere Welt heute

  1. Wir haben uns zu einem Zeitpunkt versammelt, in dem die nachhaltige Entwicklung vor immense Herausforderungen gestellt ist. Milliarden unserer Bürger leben nach wie vor in Armut und ein Leben in Würde wird ihnen verwehrt. Die Ungleichheiten innerhalb der Länder und zwischen ihnen nehmen zu. Es bestehen enorme Unterschiede der Chancen, des Reichtums und der Macht. Geschlechterungleichheit stellt nach wie vor eine der größten Herausforderungen dar. Arbeitslosigkeit, insbesondere Jugendarbeitslosigkeit, ist ein erhebliches Problem. Weltweite Gesundheitsgefahren, häufiger auftretende und an Intensität zunehmende Naturkatastrophen, eskalierende Konflikte, gewalttätiger Extremismus, Terrorismus und damit zusammenhängende humanitäre Krisen und die Vertreibung von Menschen drohen einen Großteil der in den letzten Jahrzehnten erzielten Entwicklungsfortschritte zunichte zu machen. Die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und die nachteiligen Auswirkungen der Umweltzerstörung, darunter Wüstenbildung, Dürre, Landverödung, Süßwasserknappheit und Verlust der Biodiversität, haben eine immer länger werdende Liste sich verschärfender Menschheitsprobleme zur Folge. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und seine nachteiligen Auswirkungen untergraben die Fähigkeit aller Länder, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Der globale Temperaturanstieg, der Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Ozeane und andere Auswirkungen des Klimawandels haben schwerwiegende Folgen für die Küstengebiete und tiefliegende Küstenstaaten, darunter viele der am wenigsten entwickelten Länder und kleinen Inselentwicklungsländer. Das Überleben vieler Gesellschaften und der biologischen Unterstützungssysteme der Erde ist in Gefahr.“

(„Transformation unserer Welt : Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ S.5)

17 Nachhaltige Entwicklungsziele
(Sustainable Development Goals – SDG)

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Diese neuen Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDG) umfassen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und 169 Zielvorgaben, die bis 2030 erreicht werden sollen:

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(Agenda 2013 S.15)

Papst Franziskus kritisiert die „Wegwerfkultur“

„Arme sind von der Gesellschaft weggeworfen und müssen von dem Weggeworfenem leben“ so beschrieb Papst Franziskus am 25.09.2015 in seiner Auftakt-Rede auf der UN-Gipfelkonferenz für Nachhaltige Entwicklung, die „Wegwerfkultur“:

„Der Missbrauch und die Zerstörung der Umwelt gehen zugleich mit einem unaufhaltsamen Prozess der Ausschließung einher. Tatsächlich führt ein egoistisches und grenzenloses Streben nach Macht und materiellem Wohlstand dazu, sowohl die verfügbaren materiellen Ressourcen ungebührlich auszunutzen als auch die auszuschließen, die schwach und weniger tüchtig sind, sei es weil sie in anderen Befindlichkeiten leben (Menschen mit Behinderungen), sei es weil ihnen die geeigneten technischen Kenntnisse und Instrumente fehlen oder weil ihre politische Entscheidungsfähigkeit nicht ausreicht. Die wirtschaftliche und soziale Ausschließung ist eine völlige Verweigerung der menschlichen Brüderlichkeit und ein äußerst schwerer Angriff auf die Menschenrechte und auf die Umwelt. Die Ärmsten sind diejenigen, die am meisten unter diesen Angriffen leiden, und zwar aus dreifachem schwerem Grund: Sie sind von der Gesellschaft „weggeworfen“, sind zugleich gezwungen, von Weggeworfenem zu leben, und müssen zu Unrecht die Folgen des Missbrauchs der Umwelt erleiden. Diese Phänomene bilden die heute so verbreitete und unbewusst gefestigte „Wegwerfkultur“. (…)

Die Annahme der „2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung“ auf dem Gipfeltreffen (…) ist ein wichtiges Zeichen der Hoffnung. Ich vertraue auch darauf, dass die UN-Klimakonferenz von Paris zu grundlegenden und wirksamen Vereinbarungen gelangt“, so Papst Franziskus.

Ein neuer Weltzukunftsvertrag für nachhaltige Entwicklung

„Deutschland steht zu seinen Verpflichtungen“

Bundeskanzlerin Merkel sagte in ihrer Rede auf der Gipfelkonferenz der Vereinten Nationen, eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklungsziele sei, dass die notwendigen finanziellen Ressourcen verfügbar seien. Deutschland steht zu seiner Verpflichtung 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für diese Zwecke einzusetzen. Der Etat für Entwicklungshilfe Deutschlands werde in den nächsten Jahren jeweils substantiell steigen. Staatliche Bemühungen könnten dabei nur ein Teil sein. „Elementar sind auch private Investitionen“, sagte die Kanzlerin.

„Dekarbonisierung“ bis 2100

Große Bedeutung für die Nachhaltige Entwicklung komme dem globalen Klimaschutz zu. Ende 2015 werde die Staatengemeinschaft ein ehrgeiziges Klimaabkommen vereinbaren. Es gilt, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Mit Blick auf das Ziel eines Wirtschaftssystems, das  auf den Einsatz von Kohlenstoff verzichtet, sagte die Kanzlerin:

“Dazu brauchen wir eine gemeinsame Vision, wie eine Dekarbonisierung auf globaler Ebene im Laufe dieses Jahrhunderts erreicht werden kann.“ Wichtig sei auch, dass zur Erreichung dieses Ziels die Industriestaaten ab 2020 jeweils 100 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz in den Entwicklungsländern zur Verfügung stellen.“

Nachhaltige Entwicklungsziele gelten auch für die Industrieländer

Galten die Ziele der früheren „Milleniumsziele“ noch in erster Linie für die Entwicklungsländer, so gelten die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele für alle Länder, d.h. auch für die Industrieländer.

2500 Milliarden Dollar bis 2030

Zur Finanzierung der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung hatten die Teilnehmer einer UN-Konferenz in Addis Abeba Mitte Juli festgestellt, dass in den kommenden 15 Jahren etwa 2500 Milliarden Dollar nötig sein werden. Und diese finanziellen Mittel sollen zum Großteil aus der Privatwirtschaft kommen.

Nachhaltige Entwicklungsziele:

Keine Wohltätigkeit, sonder kluges Investment

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, sagte auf der „Global Compact +15“ Konferenz am 25. Juni 2015 in New York mit Bezug auf die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) “SDG is not charity, it is smart investment“

Umsetzung der neuen Nachhaltigkeitsagenda bezieht auch die Unternehmen ein
Umsetzung der ILO-Arbeitsnormen ein wichtiges Element

Die neuen Nachhaltigkeitsziele beziehen neben den Industrieländern auch explizit die Unternehmen ein. Die Unternehmen werden in der neuen Nachhaltigkeitsagenda 2030 aufgefordert, ihre Kreativität und Innovationsstärke für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Dies erfordert von den Unternehmen u. a. aber auch die Umsetzung der Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation, sowie die Umsetzung der Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte:

„ 67. Privatwirtschaftliche Aktivitäten, Investitionen und Innovation sind wichtige Motoren der Produktivität, eines breitenwirksamen Wirtschaftswachstums und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Wir anerkennen die Vielfalt des Privatsektors, von Kleinstunternehmen über Genossenschaften bis zu multinationalen Unternehmen. Wir fordern alle Unternehmen auf, ihre Kreativität und Innovationsstärke zugunsten der Lösung der Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung einzusetzen. Wir werden einen dynamischen und gut funktionierenden Unternehmenssektor fördern und dabei die Arbeitsrechte schützen und die Einhaltung der Umwelt- und Gesundheitsstandards im Einklang mit den einschlägigen internationalen Normen und Übereinkünften und anderen in dieser Hinsicht laufenden Initiativen gewährleisten, wie etwa den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation, dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes und den wichtigen multilateralen Umweltübereinkünften, für diejenigen, die Vertragspartner dieser Übereinkünfte sind.“

(Agenda 2030, S.32)

Fluchtgründe beseitigen und Zukunftsperspektiven schaffen

Derzeit befinden sich bereits 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht: aus Kriegsgebieten, weil sie Hunger leiden, wegen den Auswirkungen des Klimawandels, weil sie der Armut entkommen wollen und keine Zukunft für sich und ihre Familien sehen. Die Zahl der Flüchtlinge kann sich, insbesondere durch die Auswirkungen des Klimawandels, in den nächsten Jahrzehnten vervielfältigen

Die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Ursachen für die oft lebensgefährliche Flucht der Menschen aus ihrer Heimat, beseitigt werden und sich den Menschen, dort wo sie leben, eine Zukunftsperspektive bietet.

Benchmark für die Nachhaltigkeitsleistung der Unternehmen

Die Umsetzung der Milleniumsziele wurde auch von zahlreichen Unternehmen durch die Bereitstellung von Produkten, Spenden oder Kooperationen unterstützt.

Die neuen Entwicklungsziele der Agenda 2030 werden voraussichtlich noch größere Anstrengungen von den Unternehmen verlangen – sie werden zumindest ein Benchmark sein, wenn es darum geht die Ernsthaftigkeit der Nachhaltigkeitsleistungen der Unternehmen einzuordnen.

Redaktion

verantwortl.: Helmut Krodel, Peter Schmitt
Onlineredaktion: Reiner Eckel

Herausgeber
Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH
Stiftung Arbeit und Umwelt