Bildung für Nachhaltige Entwicklung

CSR Info 58-2016

Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Von Helmut Krodel und Peter Schmitt


Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP)

Deutsches Aktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

QFC und Verbundpartner unterstützen mit neuem BIBB- Modellprojekt die „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“

Nachhaltigkeitsprojekte und –initiativen des QFC und Stiftung Arbeit und Umwelt

Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung ist eine „Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“, so die Brundtland Kommission 1987 in ihrem Konzept der ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung, der Agenda 21, unter dem Titel „Unsere gemeinsame Zukunft“.

Diese Definition ist heute noch genauso aktuell wie vor fast 30 Jahren.

Und diese Definition ist auch immer noch Maßstab und Orientierung zahlreicher aktueller Nachhaltigkeitsinitiativen.

So versteht z.B. die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ Nachhaltigkeit „als Verpflichtung gegenüber den jetzigen und künftigen Generationen und als Zukunftsstrategie, in der wirtschaftlicher Erfolg mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung verknüpft ist“ (Die Initiative Chemie³)

Bildung spielt für die Nachhaltige Entwicklung eine besondere Rolle, da sie die Menschen auch befähigen soll, sich mit den Fragen der „ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung“ auseinanderzusetzen und sich dafür zu qualifizieren „unsere gemeinsame Zukunft“ zu gestalten.

Das QFC leistet bereits seit 10 Jahren mit eigenen Initiativen und Projekten aktive Beiträge zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.

In diesem Info werden wir internationale und nationale Programme und Maßnahmen zu“ Bildung für Nachhaltige Entwicklung“, sowie einige Beispiele aus QFC-Initiativen vorstellen.

Bildung ein Schlüssel für nachhaltiges Denken und Handeln

„Die globalen Fragen und Probleme der Zukunft – wie Klimawandel, Wasserknappheit, Verlust von Biodiversität, Bodendegeneration und Rohstoffmangel – fordern dringend nach Lösungen. Für die nächsten Generationen sind ökologische und ökonomische Herausforderungen, soziale Aspekte wie Chancengerechtigkeit oder die Frage nach Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Bildung ist der Schlüssel um das dafür notwendige nachhaltige Denken und Handeln zu entwickeln und Veränderungen in Wirtschaft und Arbeitswelt anzustoßen.“ (Bildung für Nachhaltige Entwicklung – BNE-Portal)

UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014

UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014

Das neue Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung baut auf den Erfolgen der abgeschlossenen UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung auf, die von 2005-2014 andauerte. Die UN-Dekade hat nicht nur das Bewusstsein für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) geschärft, sondern auch weltweit Akteure mobilisiert, eine Plattform für internationale Zusammenarbeit geschaffen und zur Koordinierung der relevanten Stakeholder auf nationaler Ebene beigetragen. BNE wird international immer stärker als wesentlicher Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Bildung und als Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung anerkannt. Die vergangene Weltdekade hatte die Implementierung des Leitbilds von nachhaltiger Entwicklung in sämtliche Bildungsbereiche zum Ziel. Es verpflichteten sich neben den UN-Mitgliedsstaaten auch zahlreiche Organisationen aus Politik und Zivilgesellschaft, sich für dieses Ziel zu engagieren. (…) Das Weltaktionsprogramm knüpft an die Erträge der UN-Dekade an und zielt insbesondere darauf ab, vom Projekt in die Struktur zu kommen, also BNE strukturell zu verankern.“ (BNE-Portal)

Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Das neue Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Die UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) hatte bereits 2012 beschlossen, dass sich die Mitgliedsstaaten verpflichten die Arbeit im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ („BNE“) auch nach der Dekade weiterzuführen.

2013 wurde von der UNESCO-Generalversammlung das Weltaktionsprogramm (WAP) „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als Folgeprogramm der „UN-Dekade BNE“ angenommen.

Das Weltaktionsprogramm verfolgt einen zweifachen Ansatz um die BNE-Dynamik zu steigern, durch

  • die Integration der nachhaltigen Entwicklung in die Bildung und
  • die Integration der Bildung in die Nachhaltige Entwicklung

UnescoRoadmapBNE

Roadmap

Die UNESCO hat für die konkrete Umsetzung des Weltaktionsprogramms eine so genannte Roadmap konzipiert. Sie stellt den Rahmen für das Weltaktionsprogramm dar. Von den Zielsetzungen über die Strategien bis hin zur Evaluierung werden die einzelnen Schritte des Programms detailliert dargestellt. Die Roadmap liegt auch in deutscher Übersetzung vor:   Deutsche Übersetzung (PDF)

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)?

BNE zur Transformation der Gesellschaft

„BNE befähigt Lernende, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt, für eine bestandsfähige Wirtschaft und einer gerechten Gesellschaft für aktuelle und zukünftige Generationen zu handeln und dabei die kulturelle Vielfalt zu respektieren. Es geht um einen lebenslangen Lernprozess, der wesentlicher Bestandteil einer hochwertigen Bildung ist. BNE ist eine ganzheitliche und transformative Bildung, die die Lerninhalte und –ergebnisse, Pädagogik und die Lernumgebung berücksichtigt. Ihr Ziel/Zweck ist eine Transformation der Gesellschaft“ (UNESCO Roadmap, S.12)

Prioritäre Handlungsfelder des Weltaktionsprogramms

Im Rahmen des Weltaktionsprogramms der UNESCO und der Roadmap sollen bis Ende 2019 weltweit vor allem die folgenden fünf Handlungsfelder fokussiert werden.

  1. Politische Unterstützung: Das BNE-Konzept soll in die einschlägigen Bereiche der Politik integriert werden.
  2. Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen: Die Nachhaltigkeitsprinzipien von BNE sollen in sämtlichen Bildungs- und Ausbildungskontexten verankert werden.
  3. Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren: Die Kompetenzen von Erziehern und Multiplikatoren im Bereich BNE sollen gestärkt werden.
  4. Stärkung und Mobilisierung der Jugend: Es sollen weitere BNE-Maßnahmen speziell für Jugendliche entwickelt werden.
  5. Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene: Die Ausweitung der BNE-Programme und -Netzwerke soll auf der Ebene von Städten, Gemeinden und Regionen erfolgen. (Roadmap)

Bildung als Teil der Nachhaltigen Entwicklungsziele und des Weltklimavertrages

Das neue Weltaktionsprogramm soll auch einen konkreten und praxisnahen Bezug zu den Post 2015-Entwicklungszielen und der Bildungsagenden haben.

Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG-Sustainable Development Goals) – die neue Agenda 2030 – beschlossen. (siehe hierzu auch CSR-Info 51-2015.

Zur Umsetzung dieser nachhaltigen Entwicklungsziele wird auch der Bildung für nachhaltige Entwicklung eine besondere Rolle beigemessen und als eines der Ziele der Agenda 2030 formuliert:

SDG Ziel 4.7: Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen. Vollständiger Wortlaut

Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist auch Bestandteil von Globalen Rahmenprogrammen, wie z.B. Artikel 6 der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und ihren Aktionsprogrammen zum Klimawandel, sowie des neuen Weltklimaabkommen. (Siehe hierzu auch CSR-Info 52-2015)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland

Link zum BNE 

Der deutsche Bundestag hatte bereits im vergangenen Jahr in einem fraktionsübergreifenden Antrag (vom 03.03.2015, Drucksache 18/4188) die Unterstützung des Weltaktionsprogramms beschlossen.

Der Nationale Aktionsplan wird von einer nationalen Plattform mit ca. 35 Mitgliedern unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet.

Sechs Fachforen, (Mitgliederliste der Fachforen Download als PDF) sind beratende Arbeitsgremien sowohl für die Nationale Plattform als auch für die Partnernetzwerke.

Nationaler Aktionsplan

Die Fachforen erarbeiteten Handlungsfelder für den Nationalen Aktionsplan (Stand 19. April 2016) Download als PDF

Im Frühjahr 2017 soll ein Nationaler Aktionsplan zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms in Deutschland verabschiedet werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat als federführendes Ressort eine Nationale Plattform und begleitende Gremien eingerichtet, die mit der Erarbeitung beauftragt sind.

Eckpunkte für einen nationalen Aktionsplan

Ziele

  • Nachhaltigkeitsorientierte Handlungskompetenz ausbauen.
  • Neue Wege der Verstetigung, Intensivierung und Vertiefung der strukturellen Verankerung von BNE beschreiten.
  • BNE durch Regelinstrumente verstärken und verbreitern.
  • BNE gesamtinstitutionell verankern, indem Mitstreiter / Change Agents in Einrichtungen, Institutionen und Unternehmen aktiviert und eingebunden werden.
  • Dabei sollen insbesondere junge Menschen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als Change Agents/ Mitstreiter gewonnen werden.

Umsetzungsstrategie – BNE soll

  • in Regelsysteme integriert werden, damit eine Verankerung in Curricula, Lehrplänen und Ausbildungsordnungen gelingt,
  • sichtbar und dauerhaft verankert werden, um erfolgreiche Beispiele zu fördern und zu stärken, die BNE als Leitbild postulieren und umsetzen,
  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermittelt werden, damit sie das Prinzip und die Methode von BNE verbreiten.

BIBB-Modellversuche zur Umsetzung des Weltaktaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Das Weltaktionsprogramm (WAP) „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) zielt darauf, nachhaltigkeitsorientierte Handlungskompetenzen zu verstärken, um das Überleben unseres Planeten zu sichern. Das BIBB wird durch Modellversuche in der Berufsbildung dazu beitragen.

Der neue BIBB Modellversuchsförderschwerpunkt „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“ (BBNE) stellt die Ziele des WAP in den Mittelpunkt der zukünftigen Modellversuchsarbeit:

  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden durch die Entwicklung von Qualifizierungskonzepten für das Berufsbildungspersonal weitergebildet.
  • Institutionelle Verankerung wird durch die Entwicklung von Berufsbildungseinrichtungen als nachhaltige Lernorte gefördert.
  • Ausbildungskonzepte für nachhaltige Entwicklung werden für verschiedene Bereiche im Berufsfeld Kaufmännische Berufe entwickelt.

Anforderungen an die Berufsbildung

Nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften sichert die natürlichen Lebensgrundlagen für die nächsten Generationen. Dies erfordert ein neues Denken und Handeln in der Berufsarbeit. Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung fördert die Kompetenzen, die dazu notwendig sind. BNE soll im Rahmen von Neuordnungsverfahren von Berufsbildern in das Regelsystem integriert werden. Daher wird eine Verankerung von nachhaltiger Entwicklung in Curricula, Lehrplänen und Ausbildungsordnungen angestrebt. Berufsbildungsakteure sollen dazu Instrumente an die Hand bekommen. Die Ergebnisse des Modellversuchsförderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“ sollen im Rahmen des WAP systematisch in weitere Strukturen, Bereiche, Branchen und Berufe transferiert werden.

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gab am 31.05.2016 in einer Pressemitteilung bekannt, dass unter den 12 Verbundprojekten, die in dem Programm „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“ auch ein Verbundprojekt des QFC ist:

ANLIN

Das Projekt ANLIN beinhaltet ein innovatives Konzept zur nachhaltigen Gestaltung von Lernorten im dualen System der Berufsbildung für die chemische Industrie: Das Projekt verknüpft für Akteure der dualen Berufsausbildung eine Organisationsentwicklungsstrategie mit einem darauf bezogenen Personalentwicklungskonzept.

Die Verbundpartner des Projektes ANLIN sind

  • Qualifizierungsförderwerk Chemie
  • Institut für nachhaltige Berufsbildung und Management Service GmbH (Hannover)
  • Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft e.V. (Wittenberg)
  • Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH, Frankfurt

Nachfolgend ein Auszug aus der Pressemitteilung des BIBB vom 31.05.2016 ( Pressemitteilung: Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung ausbauen – Förderschwerpunkt mit zwölf Modellversuchen startet (PDF, 275 KB) )

BIBB-Programm

Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung – Modellversuche 2015-2019

Neuer BIBB Förderschwerpunkt gestartet: Modellversuche zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung

Mit sechs Millionen Euro fördert das BIBB im Auftrag des BMBF aktuell 12 neue Verbundprojekte im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2015–2019“. Aufbauend auf den Ergebnissen des vorherigen BIBB-Förderschwerpunkts „Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung 2010–2013“ als Beitrag zur UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung 2005–2014“ soll es nun primär um die strukturelle Verankerung von nachhaltiger Entwicklung in der beruflichen Bildung gehen.

In den 12 Verbundprojekten sind 27 Verbundpartner beteiligt. Die Interdisziplinarität der Akteure sowie die enge Kooperation mit Betrieben, Ausbildungseinrichtungen und Promotoren zur Sicherung des Transfers waren wichtige Kriterien bei der Auswahl der Projekte. Somit konnten bereits vor Projektbeginn über 50 Praxispartner (Betriebe, Unternehmen, Bildungsträger, Ausbildungsverbünde, ÜBS, u.a.) und ca. 35 strategische Partner (Kammern, Fachverbände, Gewerkschaften, Landesinstitute, u.a.) von den Projekten für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Die Einbindung zusätzlicher Akteure ist geplant.

Der aktuelle Förderschwerpunkt ist in zwei Förderlinien unterteilt mit jeweils sechs Verbundprojekten und einer übergeordneten wissenschaftlichen Begleitung pro Förderlinie. In Förderlinie I werden domänenspezifische nachhaltigkeitsorientierte Konzepte zur Kompetenzentwicklung in kaufmännischen Berufen entwickelt, Förderlinie II beschäftigt sich mit Gestaltungslösungen für nachhaltige Lernorte. (…)

Förderlinie II: Nachhaltige Lernorte gestalten

ANLIN: Die Verbundpartner Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH, Institut für nachhaltige Berufsbildung und Management-Services GmbH, Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft e.V. und Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH fördern nachhaltige Lernorte in der chemischen Industrie durch miteinander verknüpfte Maßnahmen der Organisations- und Personalentwicklung. (…)“

QFC und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das QFC ist im Februar 2008 dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten, weil die Prinzipien des Global Compact auch in Überstimmung mit dem Leitbild des QFC für eine sozial gerechte und nachhaltige Globalisierung stehen.

Im Februar 2010 hat das QFC seinen ersten Global Compact Fortschrittsbericht veröffentlicht.

Das QFC will im Rahmen seiner Arbeit, wie z.B. mit dem Qualitätsstandard Q3SQ, einen Beitrag leisten, um für die Umsetzung der Prinzipien des Global Compact auch die Köpfe und Herzen der Menschen, insbesondere der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu gewinnen.

Das QFC will mit dem Qualitätssiegel Q3SQ einen Beitrag für eine gerechtere Globalisierung und eine nachhaltige Entwicklung in einer sozialen Marktwirtschaft leisten, in der nicht die kurzfristigen Profitinteressen das Leitmotiv des Handelns sind, sondern eine Entwicklung, die auch unsere (Über-) Lebensgrundlagen in der Zukunft bewahrt.

Dazu nachfolgend drei Beispiele aus Initiativen und Projekten des QFC zur Bildung für nachhaltige Entwicklung:

Q3SQ steht für Quality Standard for Social and Sustainable Qualification, auf Deutsch: Qualitätsstandard für soziale und nachhaltige Qualifizierung.

Q3SQ ist ein Qualitätsstandard des QFC für die Aus- und Weiterbildung in der chemischen Industrie, der ein Qualitätsmanagement, Sozial –und Umweltstandards verbindet.

Q3SQ orientiert sich dabei an international anerkannten Prinzipien und Initiativen, wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Agenda 21 für eine nachhaltige Entwicklung und des Global Compact der Vereinten Nationen, der Responsible Care Initiative der Chemischen Industrie sowie den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI).

Ziele

Q3SQ unterstützt die Umsetzung der Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung durch entsprechende Information und Sensibilisierung der Beschäftigten, Schulung der Ausbilder und Ausbilderinnen und Qualifizierung der Aus- und Weiterzubildenden

Mit Q3SQ werden die Beschäftigten durch die Aus- und Weiterbildung auf die zukünftigen Anforderungen und Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung vorbereitet und lernen Einfluss darauf zu nehmen. Damit wird erreicht, dass diese Anforderungen in allen Unternehmensebenen kommuniziert und eine Unternehmenskultur die auf Nachhaltigkeit orientiert aktiv gelebt werden kann.

Derzeit haben fünf Bildungsträger eine Zertifizierung nach Q3SQ erhalten:

  • BAL Bildungsakademie Leuna GmbH & Co KG,
  • Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft e.V., Lutherstadt Wittenberg
  • Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld e.V., Bitterfeld-Wolfen
  • IBLM, Interessengemeinschaft Bildung Leuna- Merseburg e.V.
  • Provadis – Partner für Beratung und Bildung, GmbH Frankfurt

» Mehr Informationen zu Q3SQ: 

caesar logo

CaeSaR ist das Akronym von „CSR – Aktivitäten für ethische und sozi­ale Lösungen zur Schaffung eines innovativen Arbeitsumfelds und für nachhaltigen Ressourceneinsatz“.

Das Projekt „CaeSaR“ von QFC und der Stiftung Arbeit und Umwelt verfolgte das Ziel kleine und mittlere Unternehmen aus den Industriebe­reichen Chemie, Glas, Papier, Kunststoff, Kautschuk, und Energie bei der Entwick­lung, Weiterentwicklung und Umsetzung einer passgenauen, individuellen CSR-/ Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen.

Im Rahmen des Projektes wurden die Grundlagen von CSR unter Einbeziehung nationaler und internationaler Initiativen (wie z.B. des Global Compact) vermittelt, konkrete Ansatzpunkte in den Handlungsfeldern Arbeit, Umwelt, Markt und Gemeinwesen aufgezeigt und betriebliche CSR-Projekte initiiert. Des Weiteren wurde ein Qualifizierungsprogramm für CSR-Promotoren entwickelt und durchgeführt sowie begleitende betriebsnahe CSR-Beratung angeboten.

Im Rahmen des Projekts wurde eine Kurzstudie „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand – Einführung in das Thema Corporate Social Responsibility für Unternehmen im Organisationsbereich der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie“ mit Best-Practice-Beispielen und einem CSR-Analysetool erstellt. (Download)

Im Rahmen des CaeSaR-Projektes wurden neben mehreren Sensibilisierungsworkshops insgesamt 27 Seminare (4 CSR-Basisseminare, 6 Fachseminare zu den Themenbereichen Arbeit, Umwelt, Markt und Gemeinwesen, 4 Kommunikationsseminare, 4 CSR/Projektmanagement, 9 Bildungsmodule Arbeit / Demographie) mit 401 Teilnehmenden aus 39 verschiedenen Unternehmen durchgeführt. Am Qualifizierungsprogramm zum CSR-Promotor (FH) waren bzw. sind 40 Beschäftigte beteiligt, von denen bisher 18 Teilnehmende das Hochschul-Zertifikat erhalten haben.

Insgesamt wurden durch die Seminare, Bildungsmodule und Veranstaltungen des CaeSaR-Projektes 1.259 Teilnehmende erreicht.

Die Projektlaufzeit betrug drei Jahre und endete am 31. Dezember 2014.

Hier zwei weitere Broschüren mit Beispielen der Projektergebnisse:

CaeSaR – Erfolgsgeschichten | Nachhaltigkeit als Bildungsziel

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Promotor für Nachhaltigkeit und Innovation (PNI)

Nachhaltigkeit – Chance und Herausforderung

Nachhaltige Entwicklung und die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung (CSR) wird zunehmend zur Herausforderung aber auch zum Wirtschafts- und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen und Organisationen aller Branchen und Größenordnungen.
Politik und Verbraucher erwarten von Unternehmen die Ausrichtung des unternehmerischen Handelns im Sinne der Nachhaltigkeit. Sowohl die Produktpalette als auch die Prozesse und Lieferketten der Unternehmen bedürfen einer entsprechenden Anpassung. Nachhaltige Entwicklung umfasst dabei ökologische, soziale und ökonomische Aspekte, die gleichberechtigt und vernetzt miteinander betrachtet werden müssen.

Anwendung der Chemie³-Leitlinie – Ein Angebot der Chemie-Sozialpartner

Mit der Initiative Chemie³ haben sich die Allianzpartner VCI, IG BCE und BAVC das Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit als Leitbild in der deutschen Chemiebranche zu verankern und Beiträge der Chemieindustrie zu einer nachhaltigen Entwicklung auszubauen.
Dazu hat Chemie³ zwölf „Leitlinien zur Nachhaltigkeit für die chemische Industrie in Deutschland“ erarbeitet und unterstützt ihre Mitglieder bei deren Anwendung im Unternehmensalltag.
Mit diesem Weiterbildungsangebot wollen die Chemie-Sozialpartner IG BCE und BAVC die Anwendung der Chemie³-Leitlinien befördern und die aktive Beteiligung der Beschäftigten an der betrieblichen Umsetzung verbessern.

Mit einer Berufsbegleitenden Wissenschaftlichen Weiterbildung „Promotor Nachhaltigkeit und Innovation“ wollen die Chemie-Sozialpartner IG BCE und BAVC die Anwendung der Chemie³-Leitlinien befördern und die aktive Beteiligung der Beschäftigten an der betrieblichen Umsetzung verbessern.

Nähere Informationen dazu unter:  www.promotor-nachhaltigkeit-innovation.de

Kontakt:
Carola Dittmann
Email: carola.dittmann@igbce.de

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