CSR Info 29/2013. QFC im Global Compact

QFC veröffentlicht 4. Fortschrittsbericht an Global Compact

von Helmut Krodel und Peter Schmitt

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Das QFC hat im Mai 2013 seinen 4. Fortschrittbericht für den Global Compact in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht.

Das QFC ist bereits seit 5 Jahren Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen.
Der Global Compact, der im Jahr 2000 von dem damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, ins Leben gerufen wurde, ist ein weltweites Übereinkommen zur sozialen und ökologischen Gestaltung der Globalisierung. Die teilnehmenden Unternehmen erklären darin ihren Willen soziale und ökologische Mindeststandards einzuhalten und umsetzen.

Weltweit hat der Global Compact im Mai 2013, 11380 Teilnehmer, darunter 7499 Unternehmen aus 145 Ländern.

In Deutschland umfasst das Deutsche Global Compact Netzwerk 305 Teilnehmer, darunter 239 Unternehmen. Das QFC beteiligt sich aktiv an den Arbeitstreffen des Deutschen Global Compact Netzwerkes ( www.globalcompact.de ).

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Prinzipien des Global Compact

Im Einzelnen verpflichten sich die Unternehmen zu folgenden 10 Prinzipien:

Menschenrechte

Prinzip 1    Unternehmen sollen den Schutz der Internationalen Menschenrechte innerhalb ihres Einflussbereiches unterstützen und achten und
Prinzip 2    sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.

Arbeitsnormen

Prinzip 3    Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren, sowie ferner für
Prinzip 4    die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit,
Prinzip 5    die Abschaffung der Kinderarbeit und
Prinzip 6    die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten.

Umweltschutz

Prinzip 7    Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen einen vorsorgenden Ansatz unterstützen,
Prinzip 8    Initiativen ergreifen, um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu erzeugen und
Prinzip 9    die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien fördern.

Korruptionsbekämpfung

Prinzip 10  Unternehmen sollen gegen alle Arten der Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung.

 

Wichtiges aus dem 4. Fortschrittsbericht 

Die Unternehmen im Global Compact müssen jährlich einen Fortschrittsbericht vorlegen, in dem sie über ihre Aktivitäten in Bezug auf die 10 Global Compact Prinzipien berichten.

Das QFC hat sich in seinem nun veröffentlichten 4. Fortschrittsbericht für die Berichtsperiode April 2012 – April 2013  an den neuesten Berichtsleitlinien der Global Reporting Initiative aus dem Jahre 2011 (GRI- G3.1) orientiert. Global Compact fordert von den teilnehmenden Unternehmen, dass sie nach dem GRI- Berichtsstandard berichten, um so auch eine bessere Vergleichbarkeit der Fortschrittsberichte zu ermöglichen.

„Quality Standard for Social and Sustainable Qualification“ – eine QFC-Entwicklung

Im Rahmen seiner Projektaktivitäten trägt das QFC aktiv dazu bei, die Global Compact Prinzipien in seinem Einflussbereich zu verbreiten:

[one_half last=“no“]So hat das QFC mit dem Qualitätssiegel Q3SQ (Quality Standard for Social and Sustainable Qualification – Qualitätsstandard für soziale und nachhaltige Qualifizierung) einen Qualitätsstandard für die Aus- und Weiterbildung geschaffen, der auch die Vermittlung und Umsetzung der 10 Global Compact Prinzipien umfasst.

Das Qualitätssiegel Q3SQ wurde an vier Bildungsträger vergeben:

– Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld e.V. aus Bitterfeld-Wolfen
– Ausbildungsverbund Olefinpartner e.V. aus Schkopau
– Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft e.V. aus Lutherstadt/Wittenberg
– BAL Bildungsakademie Leuna GmbH&Co KG IBLM Interessen-gemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg e.V.

[/one_half]Diese vier Bildungsträger bilden in ihren Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ca. 1300 Aus- und Weiterzubildende für ca. 325 Unternehmen aus. In der ersten Jahreshälfte 2012 hatten die Q3SQ-zertifizierten Bildungsträger erstmals ihre Jahresberichte zur Umsetzung von Q3SQ erstellt.

Während eines Workshops mit den Q3SQ-zertifizierten Bildungsträgern im Oktober 2012 wurden die Strukturen für Module zur Nachhaltigkeit, den Global Compact Prinzipien und CSR für den praktischen Einsatz in der Aus- und Weiterbildung erarbeitet.

 

CSR und die Projekte von QFC

Das QFC und die IG BCE haben gemeinsam das Projekt CaeSaR (CSR-Aktivitäten für ethische und soziale Lösungen zur Schaffung eines innovativen Arbeitsumfeldes und für nachhaltigen Ressourceneinsatz) gestartet

Das Projekt findet im Rahmen des CSR-Förderprogramms „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand – CSR in KMU“ des BMAS für Klein-  und Mittelständische Unternehmen statt und unterstützt die Umsetzung des Aktionsplans CSR (Nationale Strategien zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen) der Bundesregierung. Das CaeSaR-Projekt richtet sich an betriebliche Akteure und die zuständigen Sozialpartner.

Im Rahmen des Projektes sollen die Grundlagen von CSR unter Einbeziehung nationaler und internationaler Initiativen (wie z.B. des Global Compact) vermittelt, konkrete Ansatzpunkte in den Handlungsfeldern Arbeit, Umwelt, Markt und Gemeinwesen aufgezeigt und betriebliche CSR-Projekte initiiert werden. Des weiteren wird ein Qualifizierungsprogramm für CSR-Promotoren entwickelt und durchgeführt und begleitende betriebsnahe CSR-Beratung angeboten.

Im Rahmen des Projekts wurde eine Kurzstudie „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand – Einführung in das Thema Corporate Social Responsibility für Unternehmen im Organisationsbereich der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie“ mit  Best-practise-Beispielen und einem CSR-Analysetool erstellt. (zum Download)

Im Berichtszeitraum wurden neben einer Auftaktkonferenz und mehreren Sensibilisierungsworkshops 4 CSR-Grundseminare mit 34 Teilnehmenden und ein Auftaktseminar zu einem Qualifizierungsprogramm von 12  CSR-Promotoren durchgeführt.

Aus einzelnen Teilen des Berichtes

Der Bericht informiert in dem Teil „Menschenrechte“ u. a. über die Mitarbeiterfluktuationsraten, Elternurlaub sowie über betriebliche Leistungen, die Vollzeitbeschäftigten, befristet Beschäftigten und Teilzeitbeschäftigten zur Verfügung stehen.

Das QFC-Projekt „Schicht“ erarbeitet Lösungen, um die WORK LIFE BALANCE der Beschäftigten an den Chemiestandorten Leuna und Bitterfeld-Wolfen zu verbessern.

Das QFC-Projekt „FrauenMachtErfolg- Frauen auf dem Weg in Führung“, das gemeinsam mit IGBCE und dem BAVC durchgeführt wurde, hat als Hauptziel Maßnahmen in der Personalentwicklung zu erproben, damit weibliche Fachkräfte in ihrer Aufstiegsorientierung und -bereitschaft gestärkt werden und sich mit allen  gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren bei der Umsetzung von Chancengleichheit vernetzen.

In dem Teil „Arbeitsnormen“ finden sich u. a. Zahlen zum gewerkschaftlichen Organisationsgrad, zur Leistungsbeurteilung, zur Weiterbildung der Beschäftigten, zu dem Verhältnis der Grundgehälter von Mann und Frau und dem Prozentanteil der Geschlechter unter den Führungskräften; hier konnte das QFC  z.B. bereits im vorangegangenen Berichtszeitraum den Anteil von Frauen an den Führungskräften im QFC von 33 auf 50 % erhöhen.

Folgende QFC-Projekte werden im Bereich Arbeitsnormen aufgeführt:

„PFiFv – Frauen in Führungsverantwortung“ mit dem Ziel den Frauenanteil in Managementpositionen zu erhöhen, sowie die Ausgangssituation und die Rahmenbedingungen für Frauenkarrieren zu verbessern.

„MOBA – Mobil ohne Barrieren“ mit dem Ziel, die Beschäftigungschancen von arbeitslosen Jugendlichen und Erwachsenen mit Erschwernissen in der Vermittlung, durch die Förderung transnationaler Austausch- und Mobilitätsaktivitäten zu erhöhen.

„MILENA – Modulkonzept zum Erwerb internationaler beruflicher Handlungskompetenz im Norden Sachsen-Anhalt“ leistet einen Beitrag zur Internationalisierung der beruflichen Erstausbildung.

„DemTV- Umsetzung von Demograhie-Tarifverträgen“ unterstützt z.B. durch Informationen und Vernetzungen betrieblicher Akteure die Verbreitung „Guter Praxis“ von Demographiemaßnahmen.

In dem Berichtsteil „Umweltschutz“ werden u. a. Maßnahmen des QFC zur Energie-, Emissions- und Ressourceneinsparung aufgelistet.

QFC-Projekte mit Bezug zu dem Bereich Umweltschutz:

MIRIAM (Mitteldeutsche Industrieregion fördert interkulturelle Austauschmaßnahmen). Dabei wurden zusätzlich zur Vermittlung sozialer und interkultureller Kompetenz die Teilnehmer durch praktische Arbeiten auch für Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit sensibilisiert.

TRIQUALI – Lernende Organisation, bildet Beschäftigte eines Unternehmens weiter, damit durch kontinuierliche Verbesserungen Energieressourcen effizienter genutzt werden und Verschwendung durch bessere Vorsorge vermieden wird.

Zu dem Bereich „Korruptionsbekämpfung“ hatte die Geschäftsführung des QFC mit dem Betriebsrat bereits im vorherigen Berichtszeitraum eine Anti-Korruptionsrichtlinie abgeschlossen.

Kurzes Fazit

[dropcap]Prinzipien[/dropcap]Damit hat das QFC in allen vier Bereichen des Global Compact Maßnahmen getroffen, um die 10 Prinzipien des Global Compact umzusetzen.

[dropcap]Vereinbarung/[/dropcap]Nach dem Beitritt des QFC zum Global Compact  der Vereinten Nationen haben bereits 2008 die Geschäftsführung und der Betriebsrat des QFC gemeinsam eine Mitteilung an die Beschäftigten unterzeichnet, in der sie die 10 Prinzipien des Global Compact unterstützen und alle Beschäftigten des QFC aufrufen, die Umsetzung und Verbreitung der Global Compact Prinzipien aktiv zu unterstützen. (Mitteilung ansehen)

[dropcap]Status/[/dropcap]Durch den vorgelegten 4. Fortschrittsbericht behält das QFC weiterhin den „active participant“ Status des Global Compact.

[dropcap]Konkret/[/dropcap]Der Fortschrittsbericht des QFC gibt zahlreiche Beispiele wie das QFC in seinem Einflussbereich die Global Compact Prinzipien durch konkrete betriebliche Maßnahmen wie auch durch die umfassende Projektarbeit verbreitet und umsetzt.

[dropcap]Anregung/[/dropcap]Der Fortschrittsbericht des QFC will auch andere klein- und mittelständische Unternehmen anregen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, über ihre Nachhaltigkeits- und CSR-Aktivitäten zu berichten.

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